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ICE.png Vereister Brunnen in der Ostschweiz, Jänner 2024


Dieses Jahr erfahren wir einen kalten Winter. In Wien sind seit langer Zeit wieder Kältetote zu beklagen. Die Heizkosten explodieren. Aber die Heizkosten explodieren kontinuierlich und seit Langem. Auch hier gibt es dringenden politischen Handlungsbedarf.

Mittlerweile weist die Trump-Administration seine Bundesagentur für Katastrophenschutz an, in ihren Berichten über die Kältewelle in den USA das Wort ICE zu vermeiden. Man fürchtet den Spott der Bevölkerung und die bitterkalten Memes im Internet. Schon der Satz "Keep off the road, if you see ICE!" hat eine politisch bedrohliche Bedeutung. Aber Eis bleibt Eis, zumindest am Hudson River.

Kälte als Kriegswaffe

In der Ukraine ist es fürwahr kälter, viel kälter: meist zwischen minus 15 - 20 Grad Celsius. Ohne zureichende Energieversorgung sind diese Temperaturen selbst für die an Kälte gewohnten Ukrainer untragbar. Putin, der brutale und terroristische Angreifer, setzt während laufender Verhandlungen zynisch auf die Kälte als Kriegswaffe. Russisches Militär greift bewusst und strategisch die Energieinfrastruktur der Ukraine und damit die Zivilbevölkerung eines souveränen Staates an. Im vierten Jahr leidet die Ukraine mehr als je zuvor in diesem Krieg.

Brokelnde Solidarität

Noch hält die Solidarität in Europa. Mitunter bröckelt sie, zumindest in Österreich. Während das österreichische Außenamt die Hilfe an die Ukraine in diesem Kriegswinter um sparsame 3 Millionen Euro erhöht, um Menschen ohne Strom und Heizung zu helfen, wettern die Vertreter des demokratischen Faschismus in Österreich gegen diesen Akt europäischer Solidarität. Längst sind FPÖ, AfD und der Rassemblement National zur fünften Kolonie Putins und Trumps in der EU geworden. Soziale Kälte ist mittlerweile en vogue geworden.

Währenddessen tut sich auch die sozialdemokratische Verwaltung Wiens nicht gerade rühmlich hervor. Sie löst in diesem Jahr mit dem Hinweis auf die städtische Budgetkonsolidierung das Aufnahmezentrum für geflohene Ukrainer*innen auf, trotz monatlich neu eintreffender 1200 bis 1500 Flüchtlinge. Ein sich bockig gebender Stadtrat Peter Hacker will damit Druck auf den Bund ausüben, die Flüchtlinge werden so zur Verschubmasse, die katholische Kirche muss einspringen.

Zuletzt die Klimakatastrophe

Selten macht sich Erleichterung über den kalten Jänner breit, etwa wenn vermutet wird, dass damit einer Winterhitzewelle Einhalt geboten wird. Schon lange habe man eine derartige Kältewelle nicht erlebt, Jugendliche vielleicht erstmals in ihrem kurzen Leben. Wir Boomer sind da anderes gewohnt. Doch gerade das ist das Paradoxon, das schwer zu verstehen ist: Kältere Winter sind Folgen globaler Erwärmung, leider!

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